#1/8 Die Zukunft des Marketing

Shownotes

In der ersten Episode des Podcasts „Less of the Same“ reflektieren Charlotte Bufler und Helmut Stekl über die Zukunft des Marketings. In einer Welt, die zunehmend von Algorithmen bestimmt wird, beschäftigen sich die beiden mit der Frage, wie Marken aus der „Sea of Sameness“ hervortreten können. Der digitale Raum wird immer homogener, da Plattformen wie Social Media, KI und Suchmaschinen Inhalte basierend auf ähnlichen Mustern und Vorlieben ausspielen. Doch wie kann man als Marke hier herausstechen und dabei relevant bleiben?

In dieser Episode sprechen Helmut und Charlotte darüber, wie „more of the same“ – also die ständige Wiederholung ähnlicher Inhalte – das Marketing dominiert und warum das Prinzip „Auffallen um jeden Preis“ nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen führt. Besonders im Kontext der Content-Kreation durch Creator Content und User-Generated Content (UGC) sowie der zunehmenden Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medienproduktion wird klar, dass eine Flut von Inhalten entsteht, die oft nur durch Wahrscheinlichkeit und Standardisierung geprägt ist.

Kernpunkte der Episode:

  • Die Herausforderung des „More of the Same“: Warum die ständige Wiederholung ähnlicher Inhalte in Social Media, KI und Suchmaschinen zum Problem wird und wie sich Marken davon abheben können.
  • Der Einfluss von KI auf die Content-Kreation: Wie KI-Technologien zwar die Produktion von Inhalten vereinfachen, aber auch zu einer „Nivellierung“ der Qualität führen können.
  • Islandification – Die Verinselung der Menschen: Wie personalisierte Algorithmen uns in eine Blase aus gleichartigen Inhalten und Gedanken einsperren und was das für das Marketing bedeutet.
  • Kreativität und Innovation in einer digitalen Welt: Warum es so wichtig ist, sich aus der eigenen Komfortzone herauszuwagen, neue Fragen zu stellen und den Status quo zu hinterfragen.
  • Das neue Marketingverständnis: Der Übergang von klassischen Marketingformen hin zu einer dialogischen, relevanten Kommunikation, die echte Verbindung mit dem Publikum schafft.

Charlotte und Helmut gehen tiefer auf das Konzept der „Islandification“ ein – ein Begriff, den sie für die zunehmende Selbstkuratierung von Inhalten geprägt haben. Sie sprechen darüber, wie Algorithmen unser Konsumverhalten beeinflussen und wie diese „Inseln“ von ähnlichen Inhalten das kreative Potenzial sowohl der Konsumenten als auch der Marken einschränken. Um diesem Trend entgegenzuwirken, müssen Marken neue Wege finden, um kreativ und relevant zu bleiben.

Zum Abschluss diskutieren die beiden, wie die Beziehung zwischen Agenturen und Kunden sich verändern muss, um aus dieser „Sea of Sameness“ herauszukommen. Sie betonen, wie wichtig es ist, dass Marken und Agenturen wieder näher zusammenarbeiten, um gemeinsam neue Fragen zu stellen und neue kreative Lösungen zu finden.

Was erwartet dich in dieser Episode?

  • Ein neuer Blick auf die Herausforderungen und Chancen, die die Digitalisierung und die Nutzung von KI im Marketing mit sich bringen.
  • Erkenntnisse über die Rolle von Kreativität und Innovation, um aus der Masse herauszustechen und relevanten Content zu schaffen.
  • Inspiration und praktische Impulse, wie du deine Marketingstrategien anpassen kannst, um den Algorithmus zu dominieren und nicht ihm hinterherzujagen.

Weitere Themen in dieser Episode:

  • KI und ihre Auswirkungen auf die Kreativität: Wie können Unternehmen KI nutzen, ohne die Qualität ihrer Inhalte zu gefährden?
  • Neurobiologie und Kreativität: Warum das Gehirn sich gegen Neues wehrt und wie man es herausfordert, um innovative Ideen zu entwickeln.
  • Markenführung in einer veränderten Kommunikationslandschaft: Wie Marken sich authentisch positionieren können, um aus der „Sea of Sameness“ herauszutreten.

GGK X Less Of The Same WEBSITE

Abschließende Gedanken:

Charlotte und Helmut rufen ihre Zuhörer dazu auf, sich dem „More of the Same“ zu widersetzen und kreative, authentische Wege zu finden, um Marketing zu gestalten. Wenn du wissen möchtest, wie du den Algorithmus zu deinem Vorteil nutzen kannst, ohne dich in der Flut von Gleichförmigkeit zu verlieren, ist diese Episode eine wertvolle Anregung.

Bleib dran für die nächste Folge, in der Charlotte und Helmut tiefer in die Themen eintauchen und weiter diskutieren, wie man „Less of the Same“ erreichen kann.

Danke fürs Zuhören!

Transkript anzeigen

00:00:04: (Transkribiert von TurboScribe.ai. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Herzlich willkommen zu einer Weltpremiere, zu etwas, was es noch nie gab, nämlich zur ersten von acht Folgen des neuen Podcasts Less of the Same mit Helmut Stekl und meiner Wenigkeit Charlotte Bufler.

00:00:20: Helmut, was machen wir denn da eigentlich?

00:00:23: Wir beschäftigen uns mit der Zukunft des Marketings, wir glauben, dass Less of the Same die Zukunft des Marketings ist.

00:00:29: In der gesamten Kommunikationsbranche stehen wir vor der Situation, dass extrem viel Zeit verbracht wird im Internet, am Handy und dort aber alles immer mehr more of the same wird.

00:00:43: Wir gehen ja hauptsächlich über Plattformen ins Internet inzwischen, also Social Media, KI zunehmend, Search Engines und alle drei haben einen Algorithmus dahinter und alle drei spielen uns deswegen immer wieder das gleiche aus.

00:00:56: Das ist more of the same und in diesem Umfeld bewegen wir uns.

00:00:59: Wie man da rauskommt, darum wird es gehen in diesem Podcast.

00:01:02: Funktioniert denn das Prinzip Auffallen um jeden Preis?

00:01:06: Ist das etwas Erstrebenswertes?

00:01:08: Naja um jeden Preis, es hat immer die Gefahr, dass man in die Irrelevanz kommt.

00:01:12: Was der Trick sein wird, ist Wege zu finden, herauszustechen, weil natürlich dieses more of the same entsteht auch sehr stark dadurch, dass Content diese Plattformen vorantreibt und Content, UGC-Content, gibt heute vor die Art des Storytellings, die Tonalität des Storytellings, alle versuchen auch in diese UGC-Richtung zu gehen.

00:01:35: KI ermöglicht jetzt auch kleineren Unternehmen Filme und Bilder zu erstellen.

00:01:42: Das bedeutet, dass da eine Flut dazukommt.

00:01:44: KI hat aber, das immer auf Wahrscheinlichkeiten basiert, den Nachteil, dass es immer zur Mitte hin nivelliert.

00:01:51: Das ist eine gute Nachricht für die Schlechten, weil die werden hochgezogen.

00:01:54: Schlechte Nachricht für alle, die überdurchschnittlich gut sind, die werden runtergezogen.

00:01:57: Und dadurch entsteht eine Sea of Sameness.

00:02:00: Alles schaut gleich aus.

00:02:01: Da aufzufallen und das aber auch relevant zu tun, das ist sicher der Trick der Zukunft.

00:02:06: Das ist das, woran alle Marketer, Innen- und Agenturen arbeiten zur Zeit, glaube ich.

00:02:11: Ist das dann automatisch immer was Neues für dich, Lives of the Same?

00:02:15: Das ist eine gute Frage.

00:02:16: Ich glaube schon, auf irgendeiner Ebene muss es neu sein.

00:02:19: Ich glaube nicht, dass es möglich ist, ständig alles neu zu erfinden.

00:02:22: Ich meine, auch wir machen ja hier einen Podcast, das ist ja auch nicht neu.

00:02:26: Aber die Leute, die wir einladen, sind hoffentlich interessant und speziell und die Themen, die wir besprechen, sind hoffentlich neu.

00:02:33: Und ich glaube, was es schon braucht, ist, dass du auf irgendeiner Ebene einen neuen Zugang findest.

00:02:38: Immer wieder.

00:02:40: Das Spannende ist ja, wir sehnen uns, vor allem in der Kreativbranche, nach Neuem, aber gleichzeitig wehrt sich das ganze menschliche System gegen Neues.

00:02:53: Dein Gehirn ist dazu programmiert, alles Neue zu verhindern, mehr oder weniger.

00:03:01: Und wir sagen zwar, wir denken, aber in Wirklichkeit recyceln wir eigentlich nur.

00:03:07: 95% aller Gedanken, die man so denkt den ganzen Tag, sind dieselben Gedanken, die man am Vortag auch gedacht hat.

00:03:14: Und das Gehirn versucht im Prinzip gar nicht wahrzunehmen, was ist, sondern vorherzusagen, was sein wird, um Energie zu sparen, um Sicherheit zu schaffen, um für alles gewappnet zu sein.

00:03:30: Das heißt, etwas Neues ist grundsätzlich der Albtraum und absoluter Stress, eine Ausnahmesituation fürs Gehirn.

00:03:42: Und was Less of the Same damit ist, ist ja so ein bisschen auch dieses raus aus dem Gewohnten, aus der Komfortzone, aber wirklich auch neurobiologisch gesehen.

00:03:53: Weil Neues ja nur dann entstehen kann, wenn diese Wahrnehmung des Alten sozusagen einmal gebrochen wird.

00:04:00: Ja total, ich hoffe auch, dass wir eine zweite Folge noch zu zweit machen zu dem Thema, wo wir darüber sprechen, wie kommt man denn zu Less of the Same, wie entsteht denn Neues.

00:04:10: Ich glaube, dass da immer gibt es eine Resistenz dagegen, auch innerlich bei einem selber.

00:04:16: Also wenn man sich hinsetzt und versucht, etwas Neues zu finden, stresst man sich auch selber.

00:04:20: Ich glaube, wenn es stressig ist, ist es schon mal ein gutes Zeichen, glaube ich, ganz generell.

00:04:26: Aber ich finde ja interessant, dass gleichzeitig gibt es ein Abwehrgegenstand und gleichzeitig gibt es ein hemmungsloses Umarmen.

00:04:37: Also wenn wir jetzt anschauen, wie viel über KI gesprochen wird in unserer Branche, wie

00:04:43: viel davon ausgegangen wird, dass neue Videos und neue Bildgenerierungstools alles verändern

00:04:50: werden, dann, gut das ist ja stark, weil es hoffentlich dann billiger wird, denkt man sich,

00:04:56: als werbetreibende Person, aber auch, wenn man eben glaubt, okay, jetzt ändert sich

00:05:00: alles, das wird total umarmt wieder, gleichzeitig aber, finde ich, sind die Ergebnisse eigentlich

00:05:06: noch gar nicht dort, wo man sagen kann, das ist richtig gut.

00:05:09: Also die guten KI-Sachen, die ich kenne, thematisieren eigentlich immer, dass sie mit KI gemacht sind, die sind dann ironisch gebrochen, dort, wo es ernsthaft eingesetzt wird, schaut es eigentlich noch ein bisschen schrottig aus.

00:05:21: Also es ist so ein Hin und Her zwischen Neues umarmen und ablehnen, kommt mir vor.

00:05:26: Das liegt sicher in der Unsicherheit, dass niemand weiß, wie es weitergeht.

00:05:29: Jetzt mit der künstlichen Intelligenz muss im Prinzip von Menschen eigentlich auch wieder mehr Intelligenz eingesetzt werden und gedacht werden, weil was du gerade sagst, das wird garantiert nicht weniger werden, so viel ist sicher, jetzt geht es vielmehr darum, wieder zu wissen, was die eigentliche Idee ist oder worum es wirklich geht.

00:05:51: Dieses, was wir bisher hatten mit dem Aussortieren der Gedanken sozusagen, welche meiner Ideen ist die, die ich vorstelle, die ich dann letzten Endes zum Kunden bringe, haben wir jetzt hochskaliert auf eine unvorstellbare Ebene mit AI, die unendlich viele Ideen ausspucken kann, die aber eigentlich keine Ideen sind und wer sucht aus, was davon jetzt produziert wird.

00:06:15: Also wir kommen mehr und mehr im Prinzip zurück zum Ursprung und zu wirklich auch gutem Kreativhandwerk.

00:06:22: Ja, ich denke mir, wenn du das sagst, es gibt ja die Fragestellung und die Antworten und sehr viele Agenturen und Kreative und MarketerInnen versuchen neue Antworten zu finden, aber auf die alten Fragen.

00:06:36: Und ich glaube, dass das ein Trick sein wird, neue Fragen zu stellen.

00:06:41: Und das ist etwas, was interessanterweise die KI eigentlich gar nicht kann, weil du kannst nicht die KI fragen, was soll ich dich fragen.

00:06:49: Ich meine, ich habe es gemacht übrigens.

00:06:51: Ich habe Cecipedi gefragt, was soll ich dich fragen.

00:06:54: Cecipedi hat gesagt, gute Frage, Smiley, natürlich Emoji, das hängt ein bisschen davon ab, was du gerade brauchst oder spannend findest.

00:07:00: Also die Fragestellung musst du schon noch selber erfinden.

00:07:04: Und neue Fragen führen, glaube ich, zu neuen Lösungen und da sehe ich das Potential eigentlich, wenn man zu less of the same kommt.

00:07:12: Spannend an der Antwort von Cecipedi finde ich aber die Formulierung, was du brauchst.

00:07:18: Da sind wir nämlich schon in der Kundenagenturbeziehung beim Briefing.

00:07:23: Ganz genau.

00:07:23: Ich stelle nämlich mal die steile These auf, dass gute Briefings sehr, sehr selten sind und meistens, wenn ein Briefing kommt, das da besagt, wir brauchen das und das, eigentlich nicht wirklich zu Ende gedacht sind, weil viele Unternehmen gar nicht wirklich wissen, was sie brauchen, sondern nur einen Painpoint haben, ein Problem und hier sind wir wieder beim Gehirn.

00:07:51: Es viel schlauer wäre in den meisten Fällen, die Antwort offen zu lassen und nicht vorherzusagen.

00:07:57: Ja, ich glaube, dass zu wissen, was man braucht, schon die halbe Mitte ist.

00:08:00: Das ist gar nicht so leicht, weil da ein bisschen die Lösung ja schon enthalten ist.

00:08:05: Also, ich hoffe, dass wir in Zukunft wieder enger mit Kundinnen und Kunden gemeinsame Fragen beantworten, entwickeln, also neue Fragen stellen überhaupt, gemeinsam neue Fragen finden und dann gemeinsam Antworten finden.

00:08:21: Da sehe ich die Chance, aus dieser Sea of Sameness rauszukommen.

00:08:29: Ich habe noch ein Thema, das mich sehr beschäftigt in diesem Zusammenhang, das ist etwas, was wir hier in der Agentur, für das wir ein Wort gefunden haben, wir nennen es Islandification, also die Verinselung und das ist auch mit ein Grund, glaube ich, warum für Einzelne alles more of the same ist, wenn du immer im Algorithmus lebst, dann wird dir immer das Gleiche zugespielt.

00:08:51: Jetzt beginnt das, dass die Menschen ihr gesamtes Leben eigentlich selbst kuratieren, oder was heißt beginnt, wir sind mittendrin.

00:08:57: Mir ist das bei mir selber aufgefallen, ich bin mit dem Auto zu meinem Motor gefahren,

00:09:00: ich habe nicht das Radio aufgedreht, sondern ich habe einen Podcast ausgewählt, habe ich

00:09:04: gewählt, was ich höre und ich wähle, welchen Leuten ich folge auf YouTube, ich wähle, welchen

00:09:11: Content ich konsumiere und dann der Algorithmus für mich nochmal und das heißt, es ist alles

00:09:14: ich, ich, ich, es reflektiert alles mir selber, mich selber zurück und dann kommt noch dazu,

00:09:20: dass wir uns zunehmend meiner Meinung nach isolieren, das ist eher ein Klischee, wenn

00:09:24: du in der U-Bahn schaust und 90% der Leute schauen in ihr Telefon, sind sehr eine Insel

00:09:30: für sich, ich selber trage oft meine Kopfhörer, mir ist das neulich im Taxi aufgefallen,

00:09:36: dass der Taxifahrer mich was gefragt hat, ich habe es gar nicht gemerkt, weil Noise-Canceling

00:09:38: an war, ich habe sie drinnen, wenn ich an der Kasse zahle, das sind alles Kontakte, die

00:09:43: wegfallen und dadurch sind wir tatsächlich, finde ich, wirklich buchstäblich wie Inseln

00:09:46: geworden.

00:09:47: Wir konsumieren nur noch uns selber, wir haben nur noch uns selber und es geht sehr weit,

00:09:51: wir beginnen uns selbst zu diagnostizieren, es gibt Menschen, die ein Foto von irgendeinem

00:09:59: komischen Fleck am Bein, machst ein Foto, hier lädst du es hoch auf JGPT und fragst,

00:10:02: was ist das, kriegst deine Diagnose, es gibt Menschen, die bestellen sich die Medikamente

00:10:06: dann gleich im Internet, also die behandeln sich auch selbst, die therapieren sich, es

00:10:10: gibt Menschen, die führen psychoanalytische Gespräche mit KI, da sind überall keine

00:10:16: Menschen mehr drinnen, das sind alles Prozesse, die nur noch mit sich selbst stattfinden und

00:10:20: das, glaube ich, produziert auch more of the same, weil du einfach nur noch, du bist nicht

00:10:25: in einer Blase mit Gleichgesinnten, du bist in einer Blase mit dir selbst und da muss man

00:10:30: rauskommen, glaube ich.

00:10:31: Absolut und das ist aber wieder zurück zu Neurobiologie, absolutes Brain-Pleasing im Prinzip, diese ständige Bestätigung der Annahmen, die man ohnehin schon hat und ja im Prinzip das Ausblenden der potenziell anderen Wirklichkeit, das ist ja auch eine der Grundthesen von Rick Rubin, hast du bestimmt auch gelesen?

00:10:55: Musikproduzent von den Red Hot Chili Peppers unter anderem.

00:10:57: Ja, er hat das schöne Buch geschrieben, The Art of Creative, The Art of Being, er sagt auch, dass Kreativität oder etwas Neues entwickeln weniger damit zu tun hat, unbedingt etwas anders und neu zu machen, sondern vielmehr zurückzukommen zur Wahrheit und alles zu reduzieren, was man fälschlicherweise mal dazugelernt hat und aus Gewohnheit tut.

00:11:20: Das ist dann wieder die Auseinandersetzung mit dem Äußeren, da gibt es ein sehr schönes

00:11:26: Video mit dem Simon Sinek, wo eine HR-Verantwortliche fragt, was würde sie jungen Menschen ins Jobleben

00:11:35: geben, den einen Tipp mitgeben und sie sagt, meet a stranger und das ist etwas, was in

00:11:41: unsere Less of the Same-Philosophie sehr stark eingeflossen ist, setz dich mit dem auseinander,

00:11:46: was dir fremd ist, ich würde sogar weitergehen und sagen, das Befremdliche, also das, was

00:11:50: dich zuerst mal befremdet, ist das, was dich rausholt aus deinem More of the Same.

00:11:56: Ich glaube, dass das etwas ist, das wir wieder üben müssen und wieder lernen müssen.

00:12:02: Ich glaube, man muss das bewusst durchbrechen, weil dieses Brainpleasing, wie du sagst, es gibt immer so ein bisschen einen Dopamin-Kick, wenn man sich da belohnt und dann schafft man es nicht mal, dass man aufs Klo geht, ohne dass man irgendwie in YouTube wieder dabei schaut, weil man süchtig ist danach, man ist süchtig nach More of the Same.

00:12:18: Und wäre doch eine Hausaufgabe bis zur nächsten Folge vielleicht, wenn man sich ein YouTube-Video auf dem Weg aufs Klo anschaut, eins zu wählen, das man sonst nicht anschauen würde.

00:12:25: Ja, Baby-Steps, fang mal klein an, finde ich gut, ja.

00:12:36: Ich finde es sehr interessant, wie Marken und MarketerInnen reagieren auf das, weil

00:12:42: ich finde, sie machen etwas ganz Ähnliches, sie gehen auch in die Verinselung, sie ziehen

00:12:46: sich zurück, sie versuchen, die Dinge selber zu lösen, teilweise auch wieder am Handy

00:12:51: mit KI und vielleicht haben sie ein, zwei Freelancer dabei, vielleicht macht sie es

00:12:57: im Haus, also es ist auch wieder eine Verinselung da festzustellen, finde ich.

00:13:02: Und dabei geht genau auch wieder das Verloren, dieses Meet the Stranger, der Input von außen.

00:13:08: Und ich glaube, dass das zu einem Verlust vom Blick aufs Ganze führt.

00:13:16: Also es gibt jetzt ganze Kampagnen, die von InfluencerInnen erfunden wurden, die kommen zu den MarketingleiterInnen und sagen, ich habe da was, ich kenne eine MarketingleiterIn persönlich, mit der ich ein Gespräch hatte, die hat gesagt, Markenführung kann ich eh, ich hole mir dann einzelne Teams dazu, die das umsetzen.

00:13:33: Und während die tatsächlich Markenführung kann, ist das ja nicht unbedingt etwas, was jeder Mensch kann, dafür gibt es eigentlich ExpertInnen und eine InfluencerIn ist es wahrscheinlich nicht.

00:13:45: Und wenn man Glück hat, hat die eine gute Idee, wenn man Pech hat, hat sie eine blöde Idee, vielleicht performt die auch mal kurzfristig ganz gut, aber vielleicht zahlt sie nicht in die Marke ein.

00:13:53: Und das alles versucht, wie ich vorhin schon gesagt habe, in diese User-Generated-Content-Richtung

00:13:58: zu gehen, so Storys zu erzählen, genauso Clickbaity und Ragebaity zu sein und Thumbstopping

00:14:06: und all das, Snackable, alles ist kurz und Frontloading, das führt meiner Meinung nach

00:14:13: zu einem Stückwerk oft im Marketing, bei Markenführung, das wird ein Mosaik, das dann

00:14:20: nicht immer ein ganzes Bild ergeben muss und da sehe ich die Gefahr für das mittelfristige

00:14:27: Marketing zumindest, dass man das Ganze aus den Augen verliert, auch durch diese Verinselung.

00:14:33: Und da hoffe ich, dass sich das Agentur-Kundenverhältnis verändern wird und auch die Rolle, das Selbstverständnis

00:14:40: der Agenturen, was wir uns begreifen als jemand, der versucht, MarketerInnen dabei zu helfen,

00:14:48: auf die Inseln der Zielgruppen zu kommen, dass wir aus unseren Inseln rauskommen, sie

00:14:52: aus ihren Inseln rauskommen und dass dabei gemeinsam etwas Besseres entsteht, als wenn

00:14:56: jeder für sich immer in seinem eigenen Saft schmort.

00:15:01: Kreatives Bearing-Partner.

00:15:03: Mindestens, ja.

00:15:04: Das wäre schön.

00:15:05: Leider ist es ja so, dass more of the same auch wiederum zu noch more of the same führt.

00:15:11: Diese Nachahmung von Dingen, die ohnehin schon eigentlich nicht so gut funktionieren, basieren ja ganz oft auch einfach auf Angst, weil es funktioniert nicht so schlecht, dass man was ändern müsste und bei anderen geht es vielleicht sogar noch ein bisschen besser.

00:15:29: Die Entscheidung für etwas wirklich anderes braucht halt auch eine Basis von Vertrauen und sehr, sehr viel Mut.

00:15:42: Absolut.

00:15:42: Und Erfahrung auch.

00:15:44: Ja, ich bin fest davon überzeugt, dass man keine guten neuen kreativen Vorschläge und Ideen entwickeln kann auf der Basis von Angst.

00:15:51: Auf einer Basis von Angst wird man immer nur antworten auf diese Angst, aber nie etwas Neues entwickeln.

00:15:58: Und das ist fantastisch, dass es gerade so viele neue Tools gibt, dass ständig jeden Tag irgendwas Neues aufpoppt.

00:16:07: Aber trotzdem glaube ich, dass die Basis, das Handwerk zu beherrschen umso wichtiger ist, um diese neuen Tools nutzen zu können.

00:16:22: Weil diese Erfahrung einem einfach ein anderes Selbstverständnis gibt und eine andere Form von Vertrauen, die auch wirklich eine Daseinsberechtigung hat, also eine Grundlage.

00:16:34: Wenn ich weiß, wie es bisher immer funktioniert hat, traue ich mich eher auszubrechen, weil ich wüsste, wie ich es auffangen kann.

00:16:44: Und weil du nicht willkürlich handelst.

00:16:46: Selbst wenn du die Konventionen brichst, machst du es nicht willkürlich, sondern du weißt, worauf du eine Variation produzierst und produzierst nicht irgendwas.

00:16:58: Auch etwas, was KI nicht so gut kann, zu wissen, was sie tut.

00:17:06: Ich weiß ja nicht mehr, was ich tue.

00:17:08: Hast du Chachi Petit schon mal gefragt?

00:17:10: Was ich tue?

00:17:18: Auf die Frage übrigens, was wir tun, Werbung, die ganzen Kreativ-Fuzzis und sowas, ich finde das immer total schwierig, das Leuten zu erklären, die in einer anderen Branche sind.

00:17:30: Und ich habe früher spaßeshalber immer geantwortet, ja eigentlich hauptsächlich Unfug.

00:17:35: Und habe auf dem Weg hierher heute Morgen mal nachgedacht, dass das eigentlich total viel Sinn macht, dieses Wort, weil Unfug ist wirklich das, was wir tun.

00:17:42: Das ist etwas, was sich nicht fügt in das Bekannte.

00:17:47: Ja, das möchte ich gerne in Folge 2 näher besprechen.

00:17:51: Wie kommt man zu Less of the Same?

00:17:54: Du beschäftigst dich ja auch mit Manifestation.

00:17:58: Das ist kein Unfug, that's real shit.

00:18:02: Nein, so meine ich es gar nicht, sondern dass es zu Unfug führt.

00:18:05: Kann man sich, glaubst du, das Neue manifestieren?

00:18:11: Ja, mit Sicherheit.

00:18:12: Das ist im Prinzip wieder hier gar nicht WuWu, sondern reine Neurobiologie, was man beim Manifestieren tut, ist sein Körper, sein Gehirn sozusagen in den Zustand versetzen eines Ziels, das man gerne erreichen möchte.

00:18:28: Wie würde sich das anfühlen, wenn das schon da wäre?

00:18:31: Und da denke ich nicht irgendwie an den roten Ferrari, wie der ausschaut, sondern es geht darum, wie fühle ich mich, wenn ich diesen roten Ferrari habe?

00:18:42: Und gewöhne mich sozusagen auf Zellebene schon mal an das Gefühl, dass es nicht so neu ist und mein Körper sich nicht dagegen wehrt, wenn ich den haben könnte.

00:18:54: Das klingt jetzt ganz komisch, aber was auch immer man sich wünscht, man hat es normalerweise noch nicht, deswegen wünscht man sich es, das heißt, es ist was Fremdes und es kann sein, dass man unterbewusst dagegen arbeitet, obwohl von der Logik alles dafür spricht.

00:19:10: Und es passt ja wieder zu dem, was du am Anfang gesagt hast, dass sich das Gehirn gegen das Neue wehrt.

00:19:15: Genau, das ist genau der Punkt, das ist das, was beim Manifestieren gemacht wird, das Gehirn wird daran gewöhnt, die Pfade sozusagen auszubauen, die da hinführen, weil das weißt du, du bist da sicher, du kennst es ja, du warst da ja schon 10 Minuten heute Morgen direkt nach den Räucherstäbchen.

00:19:33: Vielleicht sollten wir mal intim manifestieren, wie sich's anfühlt.

00:19:39: Der schlecht besuchteste Teamworkshop, ich bin dabei.

00:19:42: Wie sich's anfühlt, wenn die Kampfreis entgegennehmen fürs Meditieren.

00:19:46: Ich hab noch einen Punkt, der auch zu diesem Sea of Sameness gehört, den ich total faszinierend finde, das ist das Dead Internet, das ist total faszinierend finde ich, man sagt, dass 50% des Contents heute von Bots produziert wird und von Bots konsumiert wird und Menschen sind da gar keine mehr.

00:20:06: Das ist der Blinddarm.

00:20:09: Der Blinddarm des Internets.

00:20:11: Ich weiß nicht, was man mit der Information anfängt, aber ich find's irgendwie faszinierend.

00:20:15: Ich find's ein bisschen lustig, weil es heißt ja immer so, Werbung ist tot und niemand würde auf die Idee kommen zu sagen, das Internet ist tot.

00:20:22: Dabei ist es halb tot.

00:20:24: Dabei ist es halb tot.

00:20:25: Ja, zum Thema Werbung ist tot, was man ja der klassischen Werbung vorwirft, ist dieses Monodirektionale, das Broadcasting, das Absenden, das Reine, und dass es kein dialogisches Element hat, das funktioniert dann digital nicht so gut, speziell, weil junge Leute das ablehnen, die wollen nichts, was nach Werbung sich anfühlt und ausschaut.

00:20:49: Umgekehrt muss man aber sagen, dass alles, was für's Digital First gedacht ist, produziert ist, dass das wieder durch das Frontloading, durch die Supersimplifizierung, es irgendwie in der echten Welt dann nicht überlebt wieder.

00:21:04: Und da oft ein bisschen banal ist, wenn man es dann in die breiten Medien bringt, die es

00:21:09: ja immer noch braucht, speziell in Österreich, immer noch im Plakatland, anscheinend immer

00:21:14: noch im TV-Land, was weiß denn ich, ich bin kein Medie-Experte, aber man sagt's mir halt,

00:21:18: es sind immer noch extrem viele Menschen im Fernsehen, das Print immer noch wichtig ist

00:21:22: für Glaubwürdigkeit, das Plakat, also Out of Home ja sogar irgendwie wächst, da halten

00:21:28: sich dann die Digital First Ideen oft nicht so gut und das ist halt auch ein Grund, glaube

00:21:33: ich, warum es schwerer wird, Less of the Same zu machen, weil man sich immer irgendwo an

00:21:39: einen Trend anhängt, man versucht irgendwo dazuzugehören und das Resultat ist dann halt

00:21:43: so mediocre in Summe und da auszusteigen, das ist glaube ich auch eine der Herausforderungen

00:21:51: der nächsten Jahre zumindest, glaube ich.

00:21:54: Wer weiß, wie schnell sich das alles dreht.

00:21:56: Ja, aber egal wie schnell sich was dreht, Werbung ist vielleicht ein bisschen tot.

00:22:08: Das Internet ist halb tot, die Werbung ist ein bisschen tot, ich fühle mich auch nicht so gut.

00:22:12: Früher hatten wir die Reklame, dann kam die Werbung und jetzt sind wir eigentlich bei Kommunikation, würde ich mal sagen, im weitesten Sinne und das ist etwas, was es immer geben wird.

00:22:26: Du kannst nicht kommunizieren und das ist das, was ich auch sehr liebe an unserer Branche, auch wenn es jetzt nach außen oftmals nicht die sexiest industry of the world ist.

00:22:39: Alles kommuniziert und meiner Meinung nach sind alle Probleme, die es auf der Welt gibt, alle Kriege in Wirklichkeit Kommunikationsprobleme, weil zwei Menschen, Firmen, Völker es nicht auf den Kreis kriegen richtig zu kommunizieren und falsche Signale aussenden.

00:22:54: Also im Großen stimme ich dir total zu, im Kleineren, in unserer Branche hat das Cloud, die KI, schön auf den Punkt gebracht.

00:23:04: Ich habe Cloud mal gefragt, ob Werbung stirbt und Cloud hat gemeint, die Werbung verändert sich vielleicht, aber das Bedürfnis von Produzenten ihre Zielgruppe zu erreichen, das wird es immer geben.

00:23:17: Ich glaube, solange es den Kapitalismus gibt, solange es produzierende und konsumierende Menschen gibt, braucht es Kommunikation auf der einen oder anderen Art und Weise.

00:23:27: Ich glaube, das Spannende jetzt ist, Wege zu finden, die aussteigen aus diesem, ich hechle dem Algorithmus hinterher.

00:23:35: Ich versuche auch als Marke so auszusehen, wie das Zeug, das die Influencer machen und ich höre auf mit diesem Broadcasting, das irgendwie nicht mehr wirklich zeitgemäß ist, aber was mache ich jetzt?

00:23:50: Und da neue Wege zu finden, das ist, glaube ich, das Spannende in unserer Zeit und ich hoffe, dass es darum gehen wird in unserem Podcast.

00:23:57: Ich hoffe, dass dieser Podcast dazu inspiriert, wieder bold genug zu sein, dem Algorithmus nicht hinterher zu hecheln, sondern den Algorithmus zu domtieren, sozusagen.

00:24:09: Der pavlovsche Hund hat es auch irgendwo gelernt.

00:24:12: Zu unterwerfen.

00:24:13: Break the Algorithm.

00:24:15: Dann machen wir das so.

00:24:16: Auf Wiedersehen.

00:24:17: Bis zum nächsten Mal.

00:24:26: Das war Less of the Same.

00:24:28: Wenn du bis hierher gehört hast, dann können wir ja ehrlich miteinander sein.

00:24:32: Wenn du more of less of the same willst, dann fütter den Algorithmus.

00:24:37: Ist gleich, like, subscribe, teile.

00:24:39: Denn in unserem Fall ist das ja was anderes.

00:24:43: Bis zur nächsten Folge.

00:24:44: Danke fürs Zuhören.

00:24:45: Auf Wiedersehen.

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